Analoges Bildmaterial wird zu Daten

Der Gang zum Fotohändler war viele Jahre der einzige Weg, um Bilder aus Negativen oder Positiven des analogen Bildmaterials als Bild in unterschiedlichen Größen herstellen zu lassen. Und Archvierung des Materials bedeutete gerahmte Dias oder auch Negativordner, wo nach Jahren kaum noch etwas zu finden war. Und dann auch im professionellen Bereich war die Lagerung auch unter klimatischen Bedingungen nicht immer einfach. Hinzu kam ja auch noch bei Bildern aus dem normalen chemischen Entwicklerprozess die Veränderung der Farben unter Einfluss von Tageslicht, wenn nicht frühzeitig schützende Maßnahmen vorgenommen wurden.
 
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Die wichtigen Zeitdokumente fotografischer Art und auch aktuelle Bilder konnten zwar durchaus eingescannt werden, um diese zu archivieren, aber die Dateigrößen benötigten auch enorme Speicherkapazitäten. Für Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften und Bücher war Aufwand für die Druckaufbereitung erforderlich. Auch bei Großvergrößerungen für Werbezwecke wurde fast immer die Drucktechnik mit Offsetdruck oder Siebdruck mit mehreren Farben eingesetzt und das war schon eine kostspielige Angelegenheit, auch die Passergenauigkeit der Farbauszüge musste immer perfekt sein.
 
 
 
 

Bilder erstmals nicht nur für das Fotoalbum!

Im September 1990 stellte Eastman Kodak das neue Photo-CD-System vor. Erstmals ist es möglich, in gleichbleibender Qualität hochwertige Bilder zur Weiterverabeitung auf dem Computer auf einer beschreibbaren CD zu speichern und diese Bilder mit einer Vielzahl von Optionen auf dem Fernseher oder Computer anzuzeigen. Natürlich können auch klassische Bilder bis zum Format 20x30cm über den Fotohändler ausbelichtet werden.
Der besondere Vorteil liegt auch darin, die Speicherung der Bilder auch in mehreren Session auf der CD vornehmen zu können. Also weitere Bilder nachträglich auf der CD speichern zu können bis zu der Maximalanzahl der Kapazität.
In der Folgezeit schließen sich zahlreiche Computer-Hersteller und Lizenznehmer diesem Standard an und ermöglichen daher auch eine breite Akzeptanz dieser neuen Technologie. Lizenzen werden für Großlabore und Indutriehersteller vergeben, wenn sie die strengen Qualitätsvorgaben sicherstellen können. 
   
   
 
   

Der Start der Photo-CD

Die erste Präsentation, insbesondere für den Fachhandel, erfolgte auf der Messe IFA in Berlin 1991, aber auf der Messe Photokina im September 1992 in Köln war es dann so weit. Kodak und Philips stellten das gemeinsame Projekt Kodak Photo-CD vor. Bilder in digitaler Form und davon bis zu 100 Stück auf einer goldfarbenen CD. Auch konnten bei Bedarf nach und nach diese 100 Bilder in mehreren "Sessions" auf die CD geschrieben werden und es konnte Material von Negativen und Positiven (Dias) sein. Dann noch insgesamt fünf Auflösungsstufen eines Bildes und das natürlich wegen des Datenvolumens komprimiert. Und alles das konnte auf dem Fernseher angeschaut und auf dem PC weiterverarbeitet werden.
Die Kapazität der Photo-CD war wegen der verwendeten Datenkomprimierung auch bis nahezu 150 Bildern möglich, aber bei jedem Schreibvorgang auf dieser CD wurde Platz für die Start- und Endedateien bei den Sessions benötigt. Daher wurde als allgemeiner Standard die Grenze der Speicherkapazität der Disc mit maximal 100 Bildern festgelegt. Es konnte allerdings vorkommen, dass auch mal 110 bis 120 Bilder auf der CD waren, wenn der Auftrag in einem Vorgang erteilt wurde. Es bestand allerdings auch eine Abhängigkeit von der tatsächlichen Dateigröße der komprimierten Einzelbilder.
Technisch gesehen wurden tatsächlich die vorhandenen Negative (Kleinbild-Format 24x36mm) und die Diapositive gescannt und die Daten dann in den fünf Auflösungstufen auf die CD geschrieben, nachdem diese vorher durch spezielle Programme komprimiert wurden.
     
Neben Eastman Kodak war zu der Zeit auch Fuji und Konica als Partner der Foto-Finisher und Großlabore für die Aufträge aus dem Handel tätig. Und so lag es natürlich auf der Hand, dass diese beiden japanischen Unternehmen auf diese neue Option reagierte und so wurde auch von Fuji und Konica die Photo-CD mit den Lizenzen von Kodak angeboten. Zunächste mit eigenem Branding, wie nebenstehendes Bild zeigt. Dann allerdings wurde auch hier die Kodak-Version eingesetzt und lediglich das Index-Print war dann noch mit eigener Aufmachung.
Auch bei Fuji und Konica erkannte man den Zusatznutzen der digitalen Speicherung in höherer Bildauflösung auf CD, die es den Anwendern ermöglichte, mit einem PC die gespeicherten Bildern zu verwenden, ohne vorher umständlich vorhandene Bilder scannen zu müssen. Und die Möglichkeit der Betrachtung der Bilder auf dem Fernseher kam ja auch noch hinzu.
© Bild Fuji
Und eins darf man auch nicht vergessen und das war die Kostenseite. Ein professioneller Scan eines Fotos, um das Ergebnis weiter zu verarbeiten, setzte erst einmal ein Foto im größeren Format voraus, es dauerte bis zur Vorlage des Scans und die Kosten konnten da schnell mal bei 70 bis 80 DM für einen Scan bedeuten. Bei der Photo-CD gab es neben den Grundkosten für den Transfer auf eine CD dagegen Kosten pro Bild, die zwischen 0,80 bis 1,00 DM je nach Händler lagen. Und der ganze Aufwand war zudem noch bedeutend geringer.
   
   
 
   

Die Familie der Kodak Photo-CD

Auch wenn es allgemein nicht so bekannt ist, war die Kodak Photo-CD ein Format einer ganzen Familie, das für unterschiedliche Zielgruppen und auch Anwendungen geschaffen wurde. Außerdem wurde das Format so angelegt, dass zu allen gängigen Betriebssystemen eine Schnittstelle bestand.
• Kodak Photo-CD Master Disc Die Standard-Version und hauptsächlich verwendete Photo-CD. Bei einem 24x36mm-Kleinbild ist die Maximalgröße eines Bildes nach dem Scan 2.048x3.072 Pixel und das würde  etwa 18 MB Platzbedarf pro Bild bedeuten. Durch die Datenkomprimierung wird daraus etwa 6 MB pro Bild. Die Bilddaten werden in fünf Auflösungen gespeichert, davon sind drei niedrigsten Formate unkomprimiert.
Die Abbildung zeigt das zuletzt verwendete Layout der Kodak Photo-CD Master Disc. Die ersten Versionen waren grafisch einfacher gestaltet.
• Kodak Pro Photo-CD Das professionelle Version der Photo-CD. Insbesondere auch für Bilder im Mittelformat oder Großformat. Eine Bilddatei kann bis zu 40 MB groß sein. Bei dem Format 18x24cm sind das dann 25 Bilder. Zum Einsatz kommt hierbei das 64-Base-Format, was eine Bildauflösung von 4.096x6.144 Pixeln ermöglicht.
Diese CD speichert Rollfilme 4,5x6cm, 6x6cm und 6x7cm, 6x9cm und Planfilmformate bis zu 4x5 Inch. Auch Wasserzeichen sind möglich und eine Verschlüsselung für hochauflösende Bilder zur Verhinderung unerlaubter Nutzung.
• Kodak Photo-CD Portfolio Dieses Format ist für Bilder in niedriger Auflösung in Verbindung mit Text, Grafik und Ton vorgesehen. Es können 800 Bilder, oder eine Stunde Ton bzw. eine Mischung aus beiden auf der Disc gespeichert werden. Denkbare Anwendungen sind somit beispielsweise Firmenpräsentationen, aber auch Reiseführer mit Originalgeräuschen. Der Ton ist dabei jeweils einem Bild zugeordnet.
Entsprechende Beispiele aus der Palette der Nutzungsmöglichkeiten sind in der Galerie der vorhandenen Muster präsentiert.
• Kodak Catalog Photo-CD Wie der Name es schon verrmuten läßt, sind hier Kataloge, oder auch andere Formen von Produktangeboten der Inhalt. Das kann beispielsweise ein Bestellkatalog sein, aber auch eine Übersicht der Bestände eines Museums. Bis zu 6000 Bilder in Video-Auflösung mit Grafik, Text und Ton sind möglich. Ausgestattet mit Menüs und bei Nutzung eines PCs auch mit Suchfunktionen. Bilder können verschoben werden.
Die erforderliche Software zur Nutzung der Funktionen auf einem Computer befindet sich auf der Catalog Photo-CD.
• Kodak Medical Photo-CD Dieses Format der Photo-CD wurde speziell für Anwendungen im medizinischem Bereich geschaffen. Es werden auch Bilder und jegliche Dateien akzeptiert, die nicht auf Film erstellt wurden.
Die Inhalte können somit medizinische Fotos, Röntgenbilder, Ultraschallaufnahmen, oder auch Computer-Tomographien als Themen sein. Aber auch Patientendaten, Kommentare und Ton kann gespeichert werden. Die Daten der Bilder werden unkomprimiert abgelegt. Gescannte Bilder allerdings nur in der Auflösung, in der sie gescannt wurden.
• Kodak Print Photo-CD Die Print Photo-CD ist ein Spezialversion der PCD für den professionellen DTP-Bereich. Als wesentliches Merkmal bietet sie eine Datenspeicherung nicht nur im üblichen YCC-Format, sondern auch im für den professionellen Farbdruck benötigten CMYK-Datenformat.
Hinweis: Detaillierte Angaben zum Thema werden nach Aufbereitung unter Daten & Fakten zu finden sein...
     
   
 
   

Erweiterte Informationen zur Photo-CD

Natürlich ist es damit noch nicht abgetan und zur Photo-CD und auch der Picture-CD gibt es noch einiges zu sagen und auch zu sehen. Der erweiterte technische Hintergrund und auch die Beispiele von Anwendungen bis zur werblichen Unterstützung zur Vermarktung dieses Systems ist alles dabei. Und dann auch ein Überblick über die Geräte, mit denen man die PCD anschauen und auch anderweitig nutzen konnte.
 

Die Daten & Fakten

   N1Musik  

Die Bildergalerie

N1Filme  
Was kann die Photo-CD und die Picture-CD? Das Format und die Eckwerte der Auflösungsstufen. Welche Variante der PCD-Familie eignet sich für welches Einsatzgebiet.   Disc zu Demonstrationszwecken und Beispiele von speziellen Produktionen für unterschiedliche Zwecke. Oder einfach nur wunderschöne Orte unserer Welt in Bildern eingefangen.
Die technische Seite der Möglichkeiten...   Bilder mit und ohne Ton...
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Die Werbemittel

N1Spiele    

Die Player zur Photo-CD

N1Daten  
Bei dem System der Photo-CD hat man sich zur Unterstützung und als Verkaufsförderung einiges einfallen lassen und genau diese Dinge wollen wir auch präsentieren.   Die Photo-CD aus der Entwicklung von Philips und Kodak mit den passenden Abspielgeräten. Neben speziellen PCD-Playern auch abspielbar auf den Systemen CD-i und auch 3DO.
Ideen von kurios bis nützlich...   Player für CDs mit Musik und Fotos...
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Achtung: Die erste der Auswahlmöglichkeiten der Schaltflächen ist aktiv!
 
   
 
   

Die Kodak Picture CD

Während die Bilddateien bei der Photo-CD im PCD-Format geschrieben werden, ist die Picture-CD im JPEG-Format. Außerdem sind die Dateien in einfacher Auflösung. Da allerdings das JPEG-Format weit verbreitet ist, kann die Nutzung auf vielen Endgeräten natürlich sehr viel einfacher ermöglicht werden.
Die Kodak Photo-CD und die Kodak Picture-CD haben gemeinsam, dass sie als Fotoarbeit über den einschlägigen Fotohändler erstellt werden bzw. wurden. Die Photo-CD wird aktuell allerdings nicht mehr angeboten.
Die Kodak Picture-CD wird zusammen mit der Erstentwicklung eines analogen KB-Filmes auf Kundenwunsch erstellt und läßt keine weiteren Schreibvorgänge mit zusätzlichen Bildern zu. Eine Alternative zur Kodak Picture-CD ist beispielsweise die Fuji Image-CD. Auch die Labore von Konica/Minolta haben dieses Format in ihrem Programm gehabt.
Aber auch die Fotohändler mit eigenem Entwicklungslabor haben diese einfachere Form der Digitalisierung analoger Bilddaten auf einer beschreibbaren CD genutzt und hierfür Disc mit eigenem Branding eingesetzt. Also bedruckte Disc mit dem eigenen Logo und grafisch etwas aufgehübscht. Und auch hier wurden diese Disc immer nur auf Kundenwunsch bei der Erstentwicklung eines Filmes erstellt. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Kamerawelt wurde diese Serviceleistung allerdings immer weniger nachgefragt.
     
   
   
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